Am Freitag, dem 3. Dezember 2010, fanden sich an die 100 Menschen im "freiRAUM" ein, um sich von den unterschiedlichsten Möglichkeiten die Stadt zu bepflanzen, inspirieren zu lassen. Mit den Fragen wie "Wer hat in diesem Jahr schon selbst Obst und Gemüse geerntet?" luden die ModeratorInnen Edina Camus und Joschi Sedlak zum Aufstehen und Bewegen ein. Anschließend nahm uns das Duo "Zaubernuss" mit seinen Gartenliedern musikalisch an die Hand und führte unsere Gedanken ins Grüne, mit der Aufforderung "machs mal anders".
Auf Stühlen, am Boden und an die Wand gelehnt wurde den Vorträgen von Bernhard Gruber (Perma-Norikum) über Permakultur, und Christine Hochsteiner (A*stern) über den interkulturellen Frauengarten in Ebenthal bei Klagenfurt gelauscht. Nach diesen Inputs und ihren Mut-machenden Erzählungen von eigenen Erfahrungen, begann der interaktive Teil des Abends: Die TeilnehmerInnen schwirrten aus und besuchten die "Marktstände" ihrer Wahl. Die 6 Marktstände boten Info-Material, Bücher, Pinwände mit Fotos und Berichten, vor allem aber Menschen, die bereits selbst anpacken und ihre Erfahrungen teilten.
Die Guerilla Gardeners bastelten "Seed-Bombs": Erdbällchen mit Samen, die im Frühjahr im öffentlichen Raum ausgeworfen werden wollen. Der Solidar- und Gemeinschaftsgarten Jedlersdorf und der Nachbarschaftsgarten Heigerlein veranschaulichten wie sich Gemeinschaftsgärten hier in Wien, und auch andernorts, organisieren. Permakultur Austria und Perma-Norikum boten ebenfalls eine Fülle an Informationen und Mitmach-Möglichkeiten. Kampolerta - eine Gruppe aus StadtplanerInnen, die bereits häufiger mit künstlerischen Bepflanzungs-Interventionen im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit auf Stadtbegrünung lenkten - sammelten Ideen über mögliche Aktionen die im Frühjahr gemeinsam gemacht werden könnten, wie beispielsweise die Aneignung brachliegender Grünflächen.
Weiters stellten sich folgende geplante oder bereits laufende Projekte vor: Erdkontakt, ein Schul- und Ideengarten auf der Suche nach Grünfläche, der Gemeinschaftsgarten Wolfganggasse, Eva Vesovnik mit den BOKU Versuchsgärten und "GroßStadtGemüse".
Im Flur drängten sich die Leute vor den Plakaten ICH SUCHE und ICH BIETE auf denen Projekte, Ideen, Wünsche, Mitmachmotivation und vieles mehr eingetragen werden konnten. Ein "Stadtplan der Ideen", der am Ende des Abends mit Kreisen, Kontaktadressen, existierenden Gemeinschaftsgärten und potentiellen Grünflächen versehen war, führte uns vor Augen wie viele Menschen schon jetzt in Wien aktiv sind! Die TeilnehmerInnen knüpften euphorisch Kontakte und Netzwerke, und die Veranstaltung schloss mit dem freudigen Gefühl, dass an diesem Abend viele Samen gesät worden waren.
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